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Tagebuch MdS 2007

Etappe 6

 

Samstag, 31..03.2007 – Etappe 6
ERG CHEBBI / MERZOUGA – 11,7 km


Die Sahara ist mit neun Millionen km² die größte Trockenwüste der Erde. Das entspricht in etwa der Größe der gesamten USA oder der 26-fachen Größe von Deutschland. Sie erstreckt sich von der Atlantikküste bis zur Küste des Roten Meeres und bildet annähernd ein Trapez von 4.500–5.500 km westöstlicher und 1.500–2.000 km nordsüdlicher Ausdehnung. Sie gehört zu den Wendekreiswüsten.Die Sahara ist größtenteils eine Steinwüste oder Felswüste (Hammada), oder auch Kies- beziehungsweise Geröllwüste (Serir); die klischeehafte Sandwüste (Erg) macht mit ca. 20% nur einen geringen Teil der Sahara aus. (WIKIPEDIA)



Merzouga – die schönsten Dünen Marokkos

Die Stimmung im Bivouac ist gelöst. Überall wird gesungen und gelacht. Die gestern noch von Strapazen und Schlafmangel gekennzeichneten Gesichter vieler Läufer strahlen heute Zuversicht und Stolz aus. Eines ist sicher – wer es bis hierher geschafft hat, der wird auch heute ins Ziel einlaufen!
Man sieht aber auch nachdenkliche Gesichter. Heute Mittag wird der Wettkampf vorbei sein. Eine Woche gemeinsam erlebte Höhen und Tiefen, Euphorie und Niedergeschlagenheit, Schmerzen und gegenseitige Hilfe werden zu Erinnerungen

Das “ trois – deux – un – zero“ brüllen alle mit. Was dann kommt kenne ich vom letzten Jahr! Die Masse der 700 Läuferinnen und Läufer stürmt davon, als ob es sich um einen 100-Meter-Lauf handeln würde. Ich mitten drin! Vor uns liegen 4,5 km ebenes, gut zu laufendes Terrain, dahinter sind die wunderschönen Dünen von Merzouga zu erkennen!
Das Tempo der „Horde“ ist unheimlich. Ein Keuchen und Ächzen ist rundum zu hören und ab und zu stolpert einer – ein sicheres Erschöpfungszeichen!
Wider besseres Wissen sprinte auch ich mit, schon jetzt an der Grenze meiner Belastbarkeit! „Noch 100 Meter, dann werde ich langsamer laufen!“ Ein Vorsatz, der immer wieder um 100 Meter verlängert wird – bis schlussendlich wirklich nichts mehr geht!
Ich habe das Gefühl, dass sich mindest 500 Läufer an mir vorbeidrängen und weiterlaufen – wie von Furien gehetzt! Mir reichts, meine Beine sind leer und meine Lungen brennen wie Feuer. Ich brauche den restlichen Weg zu den Dünen um mich einigermaßen zu erholen!



In den Dünen geht es mir wie im Jahr zuvor. Ich bin einfach überwältigt von der Schönheit und dem Auf und Ab der Sandriesen. Ich befinde mich nun unter Gleichgesinnten und lasse mich einfach mittreiben! Es ist als würde man sich auf dem Meer befinden – einmal obenauf mit einem unbeschreiblichen Panorama – und dann wieder in einem Wellental, in welchem man den Himmel nur sehen kann, wenn man den Kopf in den Nacken legt!


Eine gute Stunde nach dem Start sehe ich den Wasserturm von Merzouga zum ersten Mal, weiß aber, dass ich ihn noch viele male auftauchen und wieder verschwinden sehen werde. Manchmal muss ich 3 – 4 Dünenkämme erklettern ohne den Wasserturm zu sehen. Aber langsam kommt er näher und nach einer weiteren halben Stunde liegt urplötzlich das Ziel vor mir.


Ganz langsam laufe ich darauf zu …………………


GUNZ Hans Peter
Nom GUNZ
Prénom Hanspeter
Dossard 418
Rang(Général) 203
Age 51
Nationalité AUT
Pays de résidence AUT- AUTRICHE
Sexe H
Général 34H11'16 16H46'10 6,46
Etape 6 01H32'58 0H42'10 7,55
Etape 5 05H22'14' 2H11'24' 7,86
Etape 4 12H28'30 6H38'09 5,65
Etape 3 04H43'35 2H17'48 6,83
Etape 2 05H33'55 2H43'46 6,29
Etape 1 04H30'04 2H17'56 6,51

 

(c) Marathon des Sables
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