Blasen
an den Füßen - oder -
der Sieg des Geistes über den Körper
Schon nach dem ersten Tag Blasen an den Füßen!!!
Das hat mich 2006 noch schockiert!
Ich – der noch nie Blasen beim Laufen bekommen hat.
Jetzt weiß ich – die kommen unweigerlich; beinahe
jeder kriegt sie – kaum einer gibt deswegen auf!
Für die Doc-Trotters stellt ihre Behandlung die Hauptaufgabe
während dieser Woche dar. Für die Läufer
sind sie schlechthin die „Geißel“ des
Wüstenlaufes. Werden aus den Blasen erst einmal offene
Druckstellen und dann Wunden, wird das Laufen zum „Sieg
des Geistes über den Körper“
Auszug aus darbaroud`s
"Fakten zum MdS:
· 40 members of medical team
· 5 km of Elastoplast , 2 700 Compeed, 15 000 compresses
· 2 800 pairs of gloves, 2 300 antibiotics, 5 300
painkillers
· 125 litres of disinfectant

Ich getraue mich nicht, irgendwelche Tipps zur Vermeidung
zu geben – da versucht jeder was anderes (und nur
selten funktioniert`s).
Meine Empfehlung: die Laufschuhe für die Wüste
sollten mindestens zwei Nummern (EURO) größer
sein als die normal verwendeten! Nimm lieber ein zweites
(drittes) Paar Socken mit!
Sicher ist, dass die Hitze und die langen Strecken die Füße
anschwellen lassen und die Haut dadurch verletzlicher wird.
Und - natürlich schwitzen die Füße auch.
Die dauernden Seitwärtsbewegungen in den Schuhen –
verursacht durch Steine, Geröll und tiefen Sand –
scheuern an ungewohnten Stellen. Wenn dann auch noch Sand
zwischen Haut und Schuhe kommt ist die Schmirgelwirkung
perfekt!
Sind die Blasen erst einmal da, gibt es zwei Möglichkeiten:
ab zu den Doc-Trotters - (der
sicherere Weg)
dort kriegst du die Füße erst mal gewaschen(!)
und desinfiziert. Deine Blasen werden erstklassig versorgt
und du kommst mit super bandagierten Füßen ins
Zelt zurück. Ab der zweiten Etappe musst du allerdings
mit stundenlangen Wartezeiten rechnen (sofern du nicht zu
den Ersten gehörst)
· do
it yourself - (nicht jedermanns Sache)
erst mal raus aus den Schuhen, Beine hochlagern und lass
deine Füße in ihre ursprüngliche Form zurückkommen!
Mitunter kannst du dann auch beobachten, wie sich die Blasen
langsam füllen!
Die besten Resultate habe ich damit erzielt, dass ich die
großen Blasen an zwei Stellen geöffnet habe um
das Wundwasser abfließen zu lassen und dann schnellstmöglich
mit Desinfektionsmittel durchzuspülen! Wer will kann
schreien, den Tapferen schießt nur das Wasser in die
Augen!
Am Besten du öffnest zuerst alle Blasen an beiden Füssen,
dann müssen deine zitternden Hände nur noch mit
dem Desinfektionsmittel hantieren!
Die Blasen sollten nun trocknen können, damit sich
über Nacht eine neue Haut (Häutchen) bilden kann.
Den allgegenwärtigen Sand und die aus dem Nichts auftauchenden
Fliegen solltest du allerdings unbedingt von den Füßen
fernhalten. Am Besten du besorgst dir schon zuhause Überzieher
wie sie in den Krankenhäusern im OP für die Schuhe
verwendet werden
Bete,
dass während dieser Behandlung kein Sandsturm aufkommt
und/oder du in den nächsten 12 Stunden nicht irgendwohin
musst! Das Abendessen kannst du auch auf den Knien zubereiten.
;o)).
Sandalen sind in dieser Situation jedenfalls Gold wert!
Das
Abdecken der Blasen und offenen Stellen am nächsten
Tag ist eine eigene Wissenschaft. Tape oder selbstklebende
Verbände eignen sich am Besten, da sie nur wenig auftragen
und nicht verrutschen. Vermeide alles was Druckstellen bilden
könnte.
Empfehlenswert ist es, auch nur gerötete Stellen wieder
mit Tape abzudecken
Wenn du jetzt auch noch in deine Laufschuhe kommst ist
das Rennen schon halb gelaufen!
Wenn Patrick
Bauer das Startzeichen gibt
wirst du wieder loslaufen. Die ersten Schritte – vielleicht
Kilometer – werden schmerzhaft sein. Aber irgendwann
wird dein Kopf die Schmerzen in den Hintergrund stellen
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